Elektra

Regie: Hans-Ulrich Becker
Bühne und Kostüm: Katja Lebelt
Musik: Viola Kramer
Dramaturgie: Sonja Winkel
Elektra: Anne Schäfer
Orest: Volker Muthmann
Klytaimnestra: Nicole Averkamp
Chrysothemis: Karolina Horster
Aigisth: Stefan Reck
Der Alte: Hans Fleischmann

Chorführerin: Claudia Renner


Elektra hat keine Ruhe mehr, seitdem ihre Mutter Klytaimnestra und deren Geliebter Aigisthos ihren Vater Agamemnon umgebracht haben. Während Klytaimnestra und Aigisthos schamlos ihre neue Beziehung leben und reuelos an der Spitze des Staates herrschen, sinnt Elektra auf blutige Rache. Ihre Schwester Chrysothemis lehnt es ab, sich an den Mordplänen ihrer Schwester zu beteiligen; sie hat sich mit den neuen Herrschaftsverhältnissen abgefunden und stellt den neuen Frieden über die persönliche Rache. Elektras einzige Hoffnung ist das Warten auf die Rückkehr des Bruders Orest und die Hoffnung, in ihm den ersehnten Rächer des Vaters zu finden. Die Nachricht von Orests Tod scheint für einen Moment all ihre Hoffnungen zu zerstören. Doch der unbekannte Bote bringt in Wahrheit nicht die Urne des Toten – er ist es selbst, verkleidet, um unerkannt nach Mykene zu gelangen. Endlich vereint vollenden die Geschwister den blutigen Plan der Rache. Sophokles stellt Elektras Schmerz über den Verlust des Vaters und ihre Isolation ins Zentrum des Dramas. Ihr unablässiges Klagen um den ermordeten Vater ist ein lebendes Mahnmal und vergegenwärtigt tagtäglich die Tat. Deutlich wird aber auch, welcher Stillstand ihrer Erinnerungskultur innewohnt, welches Verharren auf der unabänderlichen Vergangenheit. Die Frage nach dem persönlichen Recht auf Rache wird nicht eindeutig beantwortet. War nicht der Mord an Agamemnon, der seine eigene Tochter opferte, ebenso vom Recht gestützt? In rhetorisch kunstvoll gebauten Szenen lässt Sophokles Elektras Rechtfertigung auf die der Mutter und die der Schwester treffen.